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Yin Kang, CEO von Signify für die Großregion China: KI transformiert den Wert des Lichts – von der Beleuchtung von Räumen hin zur Verständnisförderung von Räumen.

Quelle: China Light Aufrufe: 3479



Seit der Veröffentlichung des weltweit ersten GenAI‑Agents im Mai 2025 und der Anwendung von Interact City Flex im Straßenleuchten‑Projekt in Dalian hat Signify die KI‑Technologie schrittweise auch auf Büro‑ und andere Branchenanwendungen ausgeweitet. Im September 2026 präsentierte Signify während des Shanghai International Light Festival den GenAI‑Agenten Interact Landmark Flex. Dieses System erweitert neben den zentralen Funktionen der Lichtsteuerung und -wartung nun auch die Möglichkeiten zur Erstellung interaktiver Unterhaltungsinhalte und hilft damit, die Kosten und den Zeitaufwand für die Content‑Planung bei Tourismus‑ und Kulturprojekten zu senken.

Mittlerweile deckt das von Signify mit KI unterstützte Interact‑Smart‑Lighting‑System sämtliche Kernbereiche der Stadtinfrastruktur, der Bürowelt sowie der Landschafts‑ und Kulturtourismus‑Branche ab.

Auf dem diesjährigen Shanghai International Light Festival führte Hong Bing, Chefredakteur von China Light Media, ein tiefgreifendes Gespräch mit Herrn Yin Kang, CEO von Signify Greater China, über Produktunterschiede, Innovationen bei Lichtrezepturen, die Markstrategie in China sowie die Zukunft der Branche.

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Links: Hong Bing, Chefredakteur von China Light Media; Rechts: Yin Kang, CEO von Signify Greater China


Wert durch Szenariodefinierung

KI‑Beleuchtung lehnt „Technik um der Technik willen“ ab

Hong Bing: Welche Unterschiede bestehen zwischen dem Interact Landmark Flex, der beim Shanghai International Light Festival zum Einsatz kam, und dem zuvor im städtischen Straßenleuchten‑Projekt in Dalian eingesetzten Interact City Flex hinsichtlich der KI‑Fähigkeiten und der konzeptionellen Ausrichtung der jeweiligen Anwendungsszenarien? Signify’s GenAI‑Agent hat sich bereits von der städtischen Straßenbeleuchtung auf Büro‑ und Kultur‑Tourismus‑Anwendungen ausgedehnt. Wo liegen Ihrer Meinung nach die wesentlichen Unterschiede im Kernwert der KI‑Beleuchtung je nach Anwendungsszenario?

Yin Kang: Unser Hauptunterschied liegt nicht in der KI selbst, sondern darin, dass sie die spezifischen betrieblichen Herausforderungen unterschiedlicher Szenarien präzise lösen kann. Signify’s GenAI‑Agent basiert auf jahrelang gesammelten Daten aus Beleuchtungsanwendungen, kombiniert mit modernster KI‑Technologie, und entwickelt für die jeweiligen Anforderungen maßgeschneiderte Modelle.

Nehmen wir die Stadtbeleuchtung als Beispiel: Die Hauptzielgruppe von Interact City Flex sind professionelle Betreiber und Wartungsfachleute, deren zentrale Anliegen „Kosten senken und Effizienz steigern“ sowie „Sicherheit und Kontrolle“ sind. Daher zielt unsere KI darauf ab, die Stadtbeleuchtung von einer traditionellen, reaktiven Steuerung hin zu intelligenter Entscheidungsfindung und autonomer Optimierung zu transformieren – damit das System „die Dinge selbst richtig macht“. Im Büro hingegen verlagert sich der Wert der KI auf den Menschen: Durch die Anpassung des Lichtumfelds werden das Wohlbefinden und die Arbeitsleistung der Mitarbeiter verbessert; die zugrunde liegenden Datenmodelle unterscheiden sich jedoch grundlegend von denen im urbanen Umfeld.

Das neu vorgestellte Interact Landmark Flex erweitert die Fähigkeiten von Signify’s GenAI‑Agenten noch weiter auf Landschafts‑ und Kulturtourismus‑Szenarien. Im Wesentlichen handelt es sich bei Kultur‑ und Tourismus‑Anwendungen um eine Erfahrungswirtschaft, deren zentrales Anliegen die Echtzeit‑Interaktion zwischen Mensch und Licht ist.

Auf dem Shanghai International Light Festival haben wir eine interaktive Installation geschaffen: Besucher können über ihre Mobilgeräte Emotionen und Stimmungen ausdrücken, woraufhin der GenAI‑Agent diese in Echtzeit interpretiert und in entsprechende Lichtszenarien umsetzt – so wird das Licht von einer vorab festgelegten Präsentation zu einem dynamisch generierten, in Echtzeit teilnehmenden Erlebnis.

Wenn es in der Stadtbeleuchtung vor allem darum geht, dass das Beleuchtungssystem „die Dinge selbst richtig macht“, dann steht im Kulturtourismus eher die Frage im Vordergrund: „Wie kann das Licht den Menschen besser verstehen und kreativer sein?“

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Unabhängig davon, in welches Szenario oder welche Branche Signify künftig eintritt, möchte das Unternehmen sicherstellen, dass KI tatsächlich die Probleme der Nutzer löst – und nicht nur um der KI willen eingesetzt wird.


Neugestaltung des Kultur‑ und Tourismuserlebnisses

Freisetzung der „Lichtrezeptur“ im Kulturtourismus

Hong Bing: In der Vorstellung wurde erwähnt, dass das System „mit einem Klick maßgeschneiderte Lichtrezepturen generieren“ kann. In der Beleuchtungsbranche stellen Lichtrezepturen seit jeher eine zentrale Hürde dar – insbesondere im Bereich der Pflanzenbeleuchtung und der Human Centric Lighting (HCL). Was genau versteht man unter einer „Lichtrezeptur“? Und wie wird diese Art der Interaktion die Verbindung zwischen Mensch und Lichtumgebung neu definieren?

Yin Kang: In der Fachwelt ist eine Lichtrezeptur eine präzise Kombination aus Parametern wie Spektrum, Beleuchtungsstärke, Farbtemperatur, Leuchtdichte sowie zeitlichen Lichtmustern. Sie entscheidet unmittelbar darüber, welchen Wert das Licht in einem bestimmten Kontext entfalten kann. Im Kulturtourismus lässt sich eine Lichtrezeptur als ein ausführbares Parameterset verstehen, das gezielt eine bestimmte Thematik, Atmosphäre und Stimmung hervorruft – kurz gesagt: eine maßgeschneiderte Lösung für das Lichtumfeld, angepasst an das jeweilige Projektthema.

Früher musste die Erstellung eines individuellen Lichtumfelds über herkömmliche Bedienoberflächen Schritt für Schritt eingestellt und sogar mehrere Geräte koordiniert werden – ein zeitaufwändiger Prozess, der zudem stark vom Fachpersonal abhängig war. Heute eröffnet die KI neue Möglichkeiten: Nutzer können einfach in natürlicher Sprache ihre gewünschte Lichtfarbe, Atmosphäre oder Stimmung beschreiben; der GenAI‑Agent übersetzt diese Angaben in die entsprechende „Lichtrezeptur“ und steuert die Geräte in Echtzeit, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Diese Entwicklung senkt die Hürde der Kommunikation zwischen Mensch und Licht erheblich und bietet Kultur‑ und Tourismusprojekten schnellere, menschenorientiertere „Lichtrezepturen“ – früher musste der Mensch lernen, wie er das Licht steuern kann; künftig könnte es vielmehr so laufen, dass der Mensch nur ausdrücken muss und das Licht ihn versteht. Die Lichtplanung wandelt sich von einer technischen Disziplin, die professionelles Programmieren erfordert, zu einem Medium, an dem jeder teilnehmen kann.

Noch wichtiger ist, dass wir keine festgelegte Lichtrezeptur liefern, sondern vielmehr die Fähigkeit, Lichtrezepturen schnell zu generieren. Diese Fähigkeit ermöglicht es dem Beleuchtungssystem, nicht nur bestehende Anforderungen zu erfüllen, sondern auch neue Bedürfnisse zu wecken und zu schaffen.

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Verankerung in Chinas Innovationsökosystem

Rückkopplung auf die globale Beleuchtungslandschaft

Hong Bing: Von den intelligenten Straßenleuchten in Dalian bis hin zum Lichtfestival in Shanghai setzt Signify die modernste KI‑Technologie zunächst in China ein. Welche besonderen Merkmale des chinesischen Marktes haben dazu geführt, dass Signify Greater China zur globalen Vorhut der KI‑Beleuchtungsinnovation erklärt wurde? Wie werden die in China erfolgreich getesteten KI‑Modelle anschließend auf den Weltmarkt zurückwirken?

Yin Kang: China wandelt sich gerade von einem „Produktionszentrum“ zu einem „Innovationszentrum“ und nimmt in den Bereichen intelligente Beleuchtung, KI und verwandten Technologien bereits eine weltweit führende Position ein. Das Land verfügt nicht nur über eine vollständige Lieferkette, sondern beherbergt auch äußerst vielfältige Anwendungsszenarien sowie ein lebendiges Ökosystem für KI‑Innovationen. Dieser einzigartige Innovationsboden bietet ideale Voraussetzungen für die Validierung neuer Technologien und deren schnelle Weiterentwicklung.

Für Signify hat China längst seine Rolle als reiner Absatzmarkt hinter sich gelassen. Nach langem Engagement zur lokalen Anpassung haben wir in China ein komplettes System aus Forschung und Entwicklung, Produktion, Lieferkette und Marktdienstleistungen etabliert – China ist heute ein bedeutender globaler Forschungs‑ und Innovationsstandort für Signify.

Früher war unser Modell meistens, globale Technologien nach China zu bringen. Heute setzen wir dagegen die neue Strategie „In China, für China, für die Welt“ um – in China erkennen wir Bedürfnisse, validieren Innovationen und geben die daraus gewonnenen Erkenntnisse anschließend weltweit weiter. Das Shanghai International Light Festival ist ein hervorragendes Beispiel dafür: Wir möchten mithilfe realer Szenarien die neuen Möglichkeiten der KI‑Integration mit Beleuchtung testen und die in China erprobten Kompetenzen sowie Erfahrungen in das globale Innovations‑Ökosystem von Signify einbinden.


Ein Schritt in Richtung der Ära intelligenter Dienstleistungen

Aufbau eines offenen neuen Beleuchtungsökosystems

Hong Bing: Welche industriellen Veränderungen wird die KI in den kommenden drei bis fünf Jahren in der Beleuchtungsbranche bewirken? Und welche Rolle plant Signify als führendes Unternehmen der Branche in diesem Wandel einzunehmen?

Yin Kang: In den nächsten drei bis fünf Jahren wird die KI die Beleuchtungsbranche einer tiefgreifenden Werteveränderung unterziehen: von der traditionellen Bereitstellung von Hardwareprodukten hin zur umfassenden Bereitstellung intelligenter Dienstleistungen und Raum‑Erlebnissen. Einerseits erhält das Beleuchtungssystem dank KI die Fähigkeit, Szenarien zu verstehen, proaktiv zu entscheiden und sich kontinuierlich selbst zu optimieren; andererseits wird das Licht durch die Entwicklung generativer KI in immer mehr Anwendungsbereiche vordringen, die früher kaum vorstellbar waren.

Als weltweit führender Anbieter von Beleuchtungstechnologie verfügt Signify über umfangreiche Datensammlungen und tiefgreifende Branchenerfahrungen. Unsere Rolle in diesem Wandel ist klar definiert: Wir wollen die KI nicht einfach nur auf die Lampe „draufsetzen“, sondern die langjährige Expertise in der Beleuchtung, die intelligenten vernetzten Systeme und die KI‑Technologie wirkungsvoll miteinander verbinden, um die Branche dabei zu unterstützen, ein offeneres, sichereres und kommerziell tragfähigeres Ökosystem für intelligente Beleuchtung aufzubauen und die gesamte Branche voranzutreiben.

Signify ist nicht nur ein Produktanbieter, sondern auch ein Anbieter ganzheitlicher Lösungen und Dienstleistungen für alle Anwendungsszenarien. Unser Ziel bleibt stets, dass das Licht von der reinen „Raumbeleuchtung“ zu einer „Raumverstehung und Raumversorgung“ fortschreitet und die Wertgrenzen des Lichts kontinuierlich erweitert.


Anmerkung des Redakteurs

Betrachtet man das gesamte Gespräch, so beeindruckt Signify den Redakteur am meisten nicht durch einen einzelnen, besonders beeindruckenden technischen Parameter, sondern durch eine seltene „Doppelcharakteristik“: einerseits die ruhige, pragmatische Grundhaltung, die sich aus der Tradition des traditionellen Managements ableitet, andererseits die Sensibilität und Begeisterung eines Tech‑Unternehmers für die neuesten Technologien. Diese Mischung spiegelt genau die einzigartige Attraktivität dieses Jahrhunderte alten Unternehmens wider: Signify ist kein bloßer Nachzügler, der sich im KI‑Boom plötzlich umorientiert, sondern ein Vorreiter, der mit tiefem Branchenwissen aktiv den technologischen Wandel begrüßt.

Von den Straßenleuchten in Dalian bis hin zum Lichtfestival in Shanghai zeigt Signify mit seiner Marktstrategie in China eine klare geduldige Vorgehensweise: Produkte werden in den typischsten Anwendungsszenarien perfektioniert und modellgetestet, bevor sie schrittweise auf weitere Bereiche ausgedehnt werden. Diese Herangehensweise – erst „in die Tiefe gehen, dann in die Breite“ – ist in der heutigen KI‑Branche, die oft auf schnelle Monetarisierung setzt, besonders wertvoll.

Wenn das Licht nicht mehr nur ein Werkzeug zur Raumbeleuchtung ist, sondern zu einem Medium wird, das Mensch und Raum verbindet und Emotionen sowie Erlebnisse transportiert, dann wird sich die gesamte Wettbewerbslogik der Branche neu gestalten. Signify hat genau diesen Wendepunkt erkannt – den Übergang von „Hardware“ zu „Erlebnis“.



China Light

Offizielle Website der China Association of Lighting Industry und umfassende Medienplattform der Beleuchtungsbranche. Wir bieten nicht nur verlässliche und zeitnahe Informationen zur Beleuchtung, sondern verstehen uns auch als Wachstumspartner für Unternehmen. Von Markenförderung und Kanalerweiterung über Beratung, Talentförderung und Mitarbeit an der Normung bis hin zu weiteren Leistungen bieten wir umfassende professionelle Services, damit Unternehmen Qualität und Effizienz steigern und gemeinsam die hochwertige Entwicklung der Beleuchtungsbranche vorantreiben können.

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