Einst Dienstleister der Olympischen Spiele in Shanghai / Peking, nun jedoch im Insolvenzverfahren! Warum ist dieses traditionsreiche LED-Unternehmen untergegangen?
Es kam völlig unerwartet! Ein traditionsreiches LED-Unternehmen, das bereits die Olympischen Spiele in Peking und die Weltausstellung in Shanghai beliefert hat, wurde nun vom Gericht für insolvent erklärt und soll liquidiert werden!
Mit international fortschrittlichen Produktionslinien und einem Exportanteil von 80 % in Europa und Amerika – warum konnte selbst dieser Branchenführer sich nicht retten?

Kürzlich hat das Volksgericht des Bezirks Bao'an in Shenzhen den Antrag auf Insolvenzverfahren gegen die Firma Shenzhen Lijing Optoelectronics angenommen. Das 2004 gegründete Unternehmen war einst eine absolute Schlüsselfigur im chinesischen LED-Display-Markt und erzielte zahlreiche Branchenprimatplätze. Bei internationalen Großprojekten wie den Olympischen Spielen in Peking, der Weltausstellung in Shanghai oder nordischen Skirennen war es stets präsent.

Doch gerade dieses scheinbar robuste Unternehmen trug bereits seit Langem tiefgreifende Schwachstellen in Produktion und Geschäftsmodell in sich. Einerseits betrieb Lijing Optoelectronics eigene Fabriken und war damit stark kapitalintensiv unterwegs. In guten Zeiten war dies ein Vorteil, doch heute, wo der Preiskampf im LED-Segment extrem heftig tobt und die Margen immer weiter schrumpfen, sind Abschreibungen für die Fabrikhallen und Wartungskosten der Produktionslinien zu einer schweren Belastung geworden. Andererseits wirken sich kulturelle und touristische Nachtprojekte zwar attraktiv aus, erfordern jedoch oft hohe Vorfinanzierungen, während sich die Zahlungsziele überaus lang hinziehen. Hinzu kommen schwankende Auslandsaufträge und enorme Forderungen, die den Cashflow belasten – so wuchs das Schuldenrisiko Tag für Tag weiter an. Öffentliche Unterlagen zeigen, dass das Unternehmen in mehr als 180 Verfahren verwickelt ist.
Lao Hong sieht darin eine deutliche Warnung für viele Lichttechnik-Unternehmer. Früher glaubte man, dass allein durch die Expansion des Unternehmens, prestigeträchtige Referenzprojekte und technische Patente ein sicherer Wettbewerbsvorteil geschaffen sei. Doch vor dem Hintergrund von Branchenzyklen erweisen sich diese vermeintlichen Sicherheitsgrenzen als äußerst fragil. Starke Kapitalbindung kombiniert mit langen Vorfinanzierungsphasen: Sobald der Cashflow abreißt, kann selbst das größte Unternehmen innerhalb kürzester Zeit zusammenbrechen.
Lao Hong stellt zudem fest, dass Lijing Optoelectronics kein Einzelfall ist. Seit etwa einem Jahr reiht sich ein Fall nach dem anderen an den nächsten: Von Guanjin Optoelectronics in Foshan über Zhongshun Semiconductor in Zhongshan bis hin zu Hongyue Semiconductor – die Liste der Insolvenzen entlang der LED-Lieferkette wird immer länger. Dies zeigt, dass die Konsolidierung in der Beleuchtungsindustrie längst in die heiße Phase eingetreten ist. Im zweiten Halbzeugegenüber der bestehenden Marktanteile geht es nicht mehr darum, wer die größere Fabrik oder den bekannteren Namen hat, sondern wer seinen Cashflow besser steuern und die Kosten effizienter kontrollieren kann. Nur Unternehmen, die den Markt respektieren, ihre Liquiditätsgrenzen strikt einhalten und konsequent auf Profitabilität setzen, werden am Ende bestehen können.
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Zur Person des Autors Hong Bing:
Hong Bing ist derzeit Chefredakteur der offiziellen Websites des Chinesischen Verbands für Beleuchtung und Elektrogeräte (China Light Net & Agricultural Lighting Net), Exekutivdirektor der Ming Classrooms, stellvertretender Vorsitzender des Pekinger Verbands für Beleuchtung und Elektrogeräte sowie stellvertretender Vorsitzender des Arbeitsausschusses für Talentförderung und des Fachausschusses für Agrarbeleuchtung des Chinesischen Verbands für Beleuchtung und Elektrogeräte. Zudem ist er stellvertretender Exekutivdirektor des Alumni-Vereins für Lichttechnik der Fudan-Universität und Mitglied des Vorstands des Umwelt- und Ökosystem-Vereins der CEIBS. Er schloss 1991 sein Studium am Institut für Lichtquellen und Beleuchtungstechnik der Fudan-Universität ab und erwarb 2003 einen Master of Business Administration an der CEIBS. Nach Tätigkeiten in Forschung und Entwicklung, Produktplanung sowie Marketing bei Institutionen wie dem Chinesischen Baumaterialien-Institut, Panasonic, GE und OSRAM wurde ihm 2008 der Siemens Global Top Plus Award sowie der Siemens China Excellence Performance Award verliehen. 2009 gründete er China Light Net.
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