CCTV deckt Missstände bei der CCC-Zertifizierung von Leuchten in Zhongshan auf – eine große Bewährungsprobe für die Branche steht bevor.
Am 13. September veröffentlichten CCTV News und die Zentrale Fernsehgesellschaft Chinas die Ergebnisse einer verdeckten Inspektion im Rahmen der ersten nationalen Qualitätsinspektion in Zhongshan, der „Hauptstadt der chinesischen Beleuchtungsindustrie“. Die Inspektionsteams führten eingehende Untersuchungen in den Lampenmärkten durch und stellten fest, dass einige kleine Unternehmen und Kleinläden weiterhin gegen das Gesetz verstießen, indem sie Produkte ohne jegliche Kennzeichnung sowie gefälschte oder missbräuchlich verwendete CCC‑Zertifikate anboten.
Laut Berichten von CCTV initiierte das Büro des Koordinierungsgremiums für den Aufbau eines starken Qualitätsstaates Ende Juli gemeinsam mit den zuständigen Mitgliedseinheiten die erste landesweite Qualitätsinspektion. Qualitätsprüfer führten verdeckte Inspektionen in den Lampenmärkten Global, Ruifeng und Qingfeng in Zhongshan durch, während CCTV‑Reporter die Situation vor Ort zeitgleich dokumentierten.
In mehreren Geschäften stellten die Inspektoren fest, dass zahlreiche LED‑Deckenleuchten zwar über ein Konformitätszertifikat verfügten, jedoch auf dem Etikett weder Firmenname noch Anschrift angegeben waren. Außerdem wurden in anderen Läden LED‑Büroleuchten verkauft, die mit einem CCC‑Zeichen versehen waren, jedoch kein entsprechendes Modell aufwiesen. Verkäufer erklärten: „Das Zertifikat gilt nicht für ein bestimmtes Modell, sondern ist ein allgemein gültiges, generisches Zertifikat.“

(Quelle: CCTV‑News‑WeChat‑Konto)
Noch gravierender war das Problem im Lager eines Beleuchtungsfertigungsbetriebs namens Yihu in Guzhen. Bei der Kontrolle von 27 Kartons mit Augenschutz‑Schullichtern stellte die Inspektion fest, dass die Produkte zwar mit einem CCC‑Zeichen gekennzeichnet waren, jedoch keinerlei gültige Zertifikate vorweisen konnten; auf Etiketten, Konformitätszertifikaten und der Außenverpackung fehlten sowohl Herstellername als auch -adresse. Es handelte sich um typische „drei‑ohne“‑Produkte. Zusätzlich wurden vor Ort 11 Kartons mit LED‑Flachbildlampen sichergestellt, die ebenfalls ohne Herstellerangaben und ohne gültiges CCC‑Zertifikat ausgeliefert wurden; auf den Kartons waren gleichzeitig zwei unterschiedliche Firmen vermerkt, darunter „Zhongshan Heyi Beleuchtungsfabrik“, bei der sich keine solche Einheit nachprüfen ließ – es besteht der Verdacht auf erfundene Unternehmensangaben.
Auf der Produktionsseite hatte die Guangdong Yixun Lighting Co., Ltd. trotz Widerrufs ihres CCC‑Zertifikats weiterhin Arbeiter zur Massenproduktion von Leuchten angewiesen und die fertigen Produkte gelagert. Im Rahmen nachfolgender behördlicher Stichproben wurden insgesamt 19 Chargen untersucht, von denen 18 mit insgesamt 1.430 unqualifizierten Produkten zurückgehalten wurden. Die betroffenen Leuchten wurden beschlagnahmt, und das Unternehmen wurde entsprechend bestraft.
Die Inspektionsexperten erklärten, dass die Unternehmen bewusst Herstellername und -adresse verschwiegen, um die Rückverfolgbarkeit zu unterbrechen und sich so der Haftung für Schadensersatz sowie der behördlichen Überwachung nach Unfällen zu entziehen. Da die Leuchten direkt an eine Netzspannung von 220 V angeschlossen werden, bestehen erhebliche Sicherheitsrisiken; gemäß den geltenden Normen müssen alle Produkte im Katalog über ein gültiges CCC‑Zertifikat verfügen. Das Inverkehrbringen ohne gültiges Zertifikat stellt einen gesetzwidrigen Akt dar. Derzeit wurden die Ermittlungsergebnisse an die Behörden in Zhongshan übermittelt; dort wurden bereits Strafverfahren gegen sämtliche beteiligten Akteure eingeleitet, und eine Kampfaktion zur Verbesserung der Qualität und Sicherheit von Beleuchtungsprodukten wurde gestartet.
Branchenanalyse: Zahlreiche Methoden der Regelverletzung, die Compliance‑Schwelle steigt kontinuierlich
Zhongshan bildet das Kernzentrum der chinesischen Beleuchtungsindustrie und deckt den Großteil des heimischen Marktes für Wohnbeleuchtung ab. Eine ausgereifte Lieferkette und niedrige Fertigungskosten sind die größten Stärken dieser Branche. Doch die enorme Größe des Sektors birgt auch eine dunkle Seite: Zahlreiche Kleinstunternehmen und Großhandelsstände sind seit langem in einen preisgetriebenen Wettbewerb verwickelt, in dessen Folge gefälschte Zertifikate und „drei‑ohne“‑Produkte zum Mittel der Niedrigpreiskonkurrenz geworden sind.
Anhand der bisher veröffentlichten Fallbeispiele lassen sich aktuelle Regelverstöße in drei Hauptkategorien einteilen:
Erstens: „Zertifikat‑Missbrauch“. Nachdem Fabrik A ein Zertifikat erhalten hat, klebt Fabrik B dieses einfach auf ihre Produkte, oder dasselbe Zertifikat wird auf mehrere Modelle mit ähnlichem Äußeren, aber unterschiedlichen inneren Schlüsselkomponenten angewendet – man spricht hier von „Allzweck‑Zertifikaten“. Dabei gilt jedoch: Das CCC‑Zertifikat folgt dem Prinzip „ein Zertifikat pro Modell“; die Angaben im Zertifikat müssen mit dem tatsächlichen Produkt übereinstimmen. Jede Änderung an Treiber, Lichtquelle oder Isolationsbauteilen kann eine erneute Antragstellung oder Erweiterung erforderlich machen. Bei solchen gefälschten Produkten ist das CCC‑Zeichen auf der Gehäuseoberfläche lediglich ein wirkungsloses Druckmotiv.
Zweitens: „Zertifikat widerrufen, Produktion fortgesetzt“. Wenn ein Unternehmen aufgrund negativer Testergebnisse sein CCC‑Zertifikat verliert, setzt es die Herstellung und den Verkauf der betroffenen Modelle nicht wie vorgeschrieben aus, sondern wechselt lediglich die Verpackung oder den Firmennamen und produziert weiter.
Drittens: „Falsche Zertifikate“ oder „Leih‑Zertifikate“. Händler oder Fertigungsbetriebe verwenden echte Zertifikatsnummern, stellen jedoch eigene Modelle her, deren Hersteller, Produktionsstandort oder Schlüsselkomponenten nicht mit den Angaben im Zertifikat übereinstimmen. Diese Risiken sind bereits bei Bau‑ und Schulprojekten sichtbar geworden; der gemeinsame Schwachpunkt liegt darin, dass die Einkäufer nur Kopien der Zertifikate prüfen und nicht auf der Plattform nach dem aktuellen Status des Zertifikats, dem Hersteller sowie dem spezifischen Modell recherchieren, was dazu führt, dass „Zertifikat und Ware auseinanderfallen“ und in den Handel gelangen.
Der Grund für diese Missstände liegt in der Ausbeutung des Compliance‑Raums durch den Preiskampf. Das Beantragen, die Werksinspektion und die endgültige Zertifizierung eines ordnungsgemäßen CCC‑Zertifikats dauert oft mehrere Monate und ist mit beträchtlichen Kosten verbunden. Wenn der Preisdruck bis zum Äußersten eskaliert, betrachten manche kleinen und mittleren Händler „Compliance“ als optionalen Zusatz, statt als zwingende Voraussetzung.
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Ab dem 1. Januar 2026 tritt die neue Version der Sicherheitsnorm GB/T 7000.1‑2023 für Beleuchtungsgeräte verbindlich in Kraft; bis Ende des Jahres müssen alle alten Zertifikate umgestellt werden. Am 1. Dezember 2026 wird die „Liste der wichtigsten Industrieprodukte für den Online‑Vertrieb“ wirksam, sodass auch Online‑Händler beim Verkauf von Lampen zertifiziert sein müssen. Die neuen Vorschriften legen strenge CCC‑Zertifizierungspflichten für Plattformen, Hersteller und Händler fest.
Die Daten der CCC‑Wirksamkeitsprüfungen der Staatlichen Marktüberwachungsbehörde aus dem Jahr 2025 zeigen zudem, dass insgesamt 79 Zertifikate widerrufen wurden – davon entfielen 43 auf Einbauleuchten, 25 auf stationäre Leuchten und 11 auf tragbare Leuchten. Diese Zahlen stimmen mit den Ergebnissen der verdeckten Inspektion in Zhongshan überein: Einbauleuchten, Flachbildlampen und Schullichter bilden jene Bereiche, in denen die Diskrepanz zwischen Ware und Zertifikat besonders ausgeprägt ist und wo das Risiko hoher Widerrufe am höchsten liegt; daher sollten sie zu einem Schwerpunkt der Kanal‑Überprüfung werden.
Mit der verpflichtenden Umsetzung der neuen Vorschriften stehen die kleinen und mittleren Hersteller, die lange Zeit vom „Allzweck‑Zertifikat“ abhängig waren, vor ihrer härtesten Prüfung; wer dagegen konsequent die Compliance einhält, könnte im Zuge der regulatorischen Neuausrichtung sogar Vorteile ziehen. Wenn die Aufsicht von Offline‑ auf Online‑Plattformen übergeht und das Zertifikatsmanagement von statisch zu dynamisch wechselt, hat die Beleuchtungsbranche bereits ihre „große Compliance‑Prüfung“ begonnen.
Quellen: CCTV‑News‑WeChat‑Konto, Video‑Kanal; zusammengestellt und bearbeitet
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