Schwierig! Ein traditionsreiches Planungsbüro aus dem Jahr 1942 ist gescheitert – welche Lehren lassen sich für die Beleuchtungsbranche ziehen?
Kürzlich veröffentlichte das seit 42 Jahren bestehende etablierte Architekturbüro Shanghai Sanyi Architektur‑ und Planungsbüro eine Mitteilung über die Einstellung der Arbeit und der Produktion. Ab dem 1. September 2026 stellt das Unternehmen sämtliche Tätigkeiten ein; das Wiederaufnahmetermin bleibt vorerst unklar. Während der Stilllegungsphase wird im ersten Entgeltzahlungszeitraum das reguläre Gehalt entsprechend der tatsächlichen Anwesenheit gezahlt, ab dem zweiten Zeitraum erfolgt die Auszahlung eines Lebensunterhalts auf Basis des gesetzlichen Mindestlohns.

Ähnlich verhielt es sich im Mai dieses Jahres: Das 1997 gegründete Designunternehmen Weiges Yang, das über eine Klasse‑A‑Zulassung für architektonische und dekorative Ingenieurplanungen verfügt, kündigte ebenfalls eine Betriebsstilllegung mit Urlaub an. Das Unternehmen räumte ein, dass Kunden die Honorare seit Langem nicht beglichen hätten, die Geschäftseinnahmen die Ausgaben nicht mehr deckten und die Finanzierungskette vollständig unterbrochen sei. Daher sei man nicht in der Lage, die Löhne sowie die Sozialversicherungsbeiträge für den kommenden Monat zu zahlen; zudem werde das Bürogebäude vom Vermieter zurückgefordert.

Seit Beginn dieses Jahres haben bereits zahlreiche Architekturbüros ihre Tätigkeit eingestellt oder stillgelegt; davon wurden 18 Insolvenzverfahren eröffnet, über 180 weitere haben sich freiwillig abgemeldet. Branchenkenner führen dies auf den Höhepunkt des Wachstums im Immobiliensektor sowie auf ein starkes Überangebot an Kapazitäten in der Planungsbranche zurück. Der frühere Lebensraum, der sich auf die Größe von Projekten stützte, ist angesichts des drastischen Rückgangs neuer Bauvorhaben nicht länger tragfähig.
Laohong von China Light Network ist der Ansicht, dass das massenhafte Verschwinden von Architekturbüros ein deutliches Signal für die Beleuchtungsbranche darstellt. Die Beleuchtungsindustrie ist eng mit der Architektur verbunden und gleichermaßen vom Immobilienzyklus abhängig. Sobald das Zeitalter des expansiven Neubaus zu Ende geht, werden die traditionellen Nachfragekomponenten im Bereich der technischen Beleuchtung zwangsläufig schrumpfen. Unternehmen, die weiterhin stark von Immobilienprojekten abhängen, droht das gleiche Schicksal wie den Architekturbüros: sinkende Auftragslage, Zahlungsschwierigkeiten und eine angespannte Liquidität – jeder Glied der Kette könnte unter Druck geraten. Entweder jetzt oder in naher Zukunft. Nur wer frühzeitig Anpassungen vornimmt, kann im Zuge des brancheninternen Umstrukturierungsprozesses nicht aus dem Markt gedrängt werden.
Darüber hinaus ist Laohong überzeugt, dass die Marktnachfrage keineswegs verschwunden ist – sie hat sich lediglich neu strukturiert. Neue Bedarfe wie Bestandsmodernisierung, Smart Cities, kulturelle und touristische Nachtaktivitäten sowie energetische Sanierungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Das Scheitern vieler Architekturbüros stellt eine Abrechnung mit dem alten Geschäftsmodell dar und dient zugleich als Mahnung für die Beleuchtungsbranche: Nur wer proaktiv seine Ausrichtung ändert – weg von der Abhängigkeit vom Wachstum hin zur Betreuung von Bestandsobjekten, weg vom reinen Produktverkauf hin zu Dienstleistungen –, wird in der neuen Marktkonstellation einen eigenen Platz finden können.
Artikel aus „Laohong über Lampen“