Europäisches EnLight-Forschungsprogramm zielt auf 40 % Reduzierung des Energieverbrauchs der LED-Innenraumbeleuchtung ab
Deutschland verbraucht jährlich etwa 500 Terawattstunden (TWh) Strom, wovon die Beleuchtung etwa 12 % ausmacht. Wenn herkömmliche Glühbirnen kontinuierlich durch energieeffizientere LED-Technologie ersetzt werden, können 11,5 TWh, also 20 % des Beleuchtungsstroms, eingespart werden – was dem Jahresausstoß eines großen Kraftwerks entspricht. Gefördert vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), werden 7 Mitglieder des deutschen „EnLight“-Programms (Energy Efficient and IntELligent Lighting Systems) in den nächsten 3 Jahren erforschen, wie der Energieverbrauch der aktuellen LED-Beleuchtungssysteme weiter um 40 % gesenkt werden kann. Programmmitglieder aus Industrie und Forschungseinrichtungen haben 5 Millionen Euro an Forschungsmitteln bereitgestellt, was etwa 45 % des Gesamtvolumens entspricht; die übrigen Mittel stammen vom BMBF (4,1 Millionen Euro) und der Europäischen Union (2 Millionen Euro).
Das EnLight-Programm in Deutschland wird von Infineon angeführt; zu den Mitgliedern gehören der deutsche Leuchtenhersteller BJB GmbH & Co KG, die Fraunhofer-Gesellschaft, der Hersteller von LED-Leuchten/Lichtsteuerungskomponenten Insta Elektro GmbH, NXP Semiconductors GA GmbH, Osram AG sowie die RWTH Aachen. Ziel des EnLight-Programms sind Energiesparlösungen für die LED-Innenraumbeleuchtung; durch innovative LED-Beleuchtungsmodule, einschließlich LEDs und Treibern, soll die maximale Wirkung der LED-Beleuchtung erzielt werden. Das Forschungsgebiet umfasst auch die Änderung von Standardsteckdosen-Spezifikationen – beispielsweise ist die in Europa derzeit übliche E27-Glühbirnenfassung nicht für Beleuchtungsmanagementsysteme konzipiert, obwohl solche Systeme für Energieeinsparungen sehr wichtig sind.
Ein weiteres Ziel des EnLight-Programms ist die Entwicklung programmierbarer Steuerungen und innovativer Sensoren für intelligente LED-Beleuchtungslösungen. Darüber hinaus werden intelligente kabelgebundene und drahtlose Netzwerke für LED-Beleuchtungssysteme entwickelt, um Energie optimal zu nutzen und bis zu 40 % Strom einzusparen. Dieses Forschungsprogramm wird auch völlig neue Beleuchtungsfunktionen erkunden; nach EnLight-Forschungsergebnissen werden künftige LED-Lichtquellen in der Lage sein, die Helligkeit automatisch an das Umgebungslicht anzupassen. Die Forschung der deutschen Mitglieder ist Teil des europäischen „EnLight“-Programms, das gemeinsam vom European ENIAC (European Nanoelectronics Initiative Advisory Council) durchgeführt und von Philips geleitet wird und 30 Mitglieder aus 6 Ländern zusammenbringt. Durch diese Zusammenarbeit wird Europa seine weltweit führende Position im Bereich der Beleuchtungssysteme weiter stärken.