CCTV hat die Missstände bei der CCC-Zertifizierung von Leuchten in Zhongshan, Guangdong, aufgedeckt – die große Branchenprüfung steht tatsächlich bevor.
Sehr geehrte Damen und Herren! Am 13. September hat das Nachrichtenprogramm des chinesischen Staatsfernsehens eine gravierende Angelegenheit aufgedeckt: Die nationale Qualitätsinspektion drang unmittelbar in die Stadt Zhongshan in der Provinz Guangdong vor. Die Inspektionsteams führten verdeckte Kontrollen in mehreren Einzelhandelsgeschäften durch, darunter Global, Ruifeng und Qingfeng Lampen‑City. Dabei stellte sich heraus, dass zahlreiche LED‑Deckenleuchten zwar mit einem Konformitätszertifikat versehen waren, jedoch weder den Namen des Unternehmens noch dessen Anschrift auf dem Etikett trugen. Einige LED‑Büroleuchten wiesen das CCC‑Zeichen auf, doch ließ sich das zugehörige Modell nicht finden. Was sagten die Verkäufer dazu? Wörtlich: „Das Zertifikat gilt nicht für ein bestimmtes Modell, sondern wird pauschal verwendet.“

(Quelle: WeChat‑Konto des CCTV‑Nachrichtenprogramms)
In der Werkstatt von Yihu Lighting in Guzhen wurden 27 Kartons mit augenschonenden Klassenraumleuchten geöffnet; sie trugen das CCC‑Zeichen, konnten jedoch keine gültigen Zertifikate vorweisen. Auf Etiketten, im Konformitätszertifikat sowie auf der Außenverpackung fehlten sämtliche Angaben zum Hersteller und zur Produktionsadresse – ein klassisches Beispiel für ein Produkt ohne jegliche Kennzeichnung. Vor Ort wurden zudem 11 Kartons mit LED‑Flachbildleuchten entdeckt, deren Gehäuse zwei unterschiedliche Firmennamen aufwies; einer davon war „Zhongshan Heyi Beleuchtungs‑Lampenfabrik“, doch diese Einheit existierte nicht – alle Angaben zu diesem Unternehmen waren frei erfunden.
Auch auf der Produktionsseite zeigte sich ein noch skurrileres Bild: Bei der Guangdong Yixun Beleuchtungs‑GmbH war das CCC‑Zertifikat bereits widerrufen worden, doch in den Werkshallen wurde weiterhin massenhaft produziert und fertige Ware gelagert. Eine nachfolgende Stichprobe ergab, dass von 19 Chargen 18 als nicht konform eingestuft wurden – insgesamt 1.430 betroffene Produkte. Das Zertifikat war zwar entzogen, die Produktionslinie blieb jedoch in Betrieb, und die Waren wurden wie gewohnt ausgeliefert.
Die Experten der Inspektion brachten es auf den Punkt: Unternehmen verschleiern absichtlich ihren Namen und ihre Adresse, um die Rückverfolgbarkeit zu unterbrechen und sich so von etwaigen Haftungsansprüchen sowie regulatorischen Verantwortlichkeiten nach Unfällen zu befreien. Da Leuchten direkt an 220 Volt angeschlossen werden, ist der Vertrieb ohne gültiges Zertifikat eindeutig rechtswidrig.
Heute möchte Lao Hong drei Punkte besonders hervorheben:
Erstens: Die Methoden der Regelverstöße sind vielfältiger, als man vielleicht vermutet.
Bei der aktuellen Enthüllung handelt es sich vor allem um drei Haupttypen:
Der erste Typ nennt sich „Zertifikatsfälschung“ – ein Unternehmen A erwirbt ein Zertifikat, das dann von Firma B einfach übernommen oder auf mehrere Produkte aufgeklebt wird, die äußerlich ähnlich, intern jedoch grundverschieden sind. Doch die strikte Regel des CCC‑Zertifikats lautet: „Ein Zertifikat pro Produkt“. Ändert sich etwa das Netzteil, die Lichtquelle oder die Isolierung, muss erneut ein Antrag gestellt werden. Das CCC‑Zeichen auf der Außenseite eines solchen gefälschten Produkts ist letztlich nichts anderes als eine ungültige Druckgrafik.
Der zweite Typ heißt „Zertifikatsentzug bei fortgesetzter Produktion“. Wenn ein Zertifikat wegen mangelnder Konformität bei einer Stichprobe widerrufen wird, wird die Produktion nicht ordnungsgemäß eingestellt; stattdessen wechselt man lediglich die Verpackung und den Firmennamen und setzt die Herstellung fort.
Der dritte Typ nennt sich „Fiktives oder vorgefälschtes Zertifikat“. Händler verwenden echte Zertifikatsnummern, produzieren jedoch Modelle, Fabriken und Schlüsselkomponenten, die in keiner Weise übereinstimmen. In Beschaffungsprojekten für öffentliche Einrichtungen oder Schulen ist dieses Phänomen bereits aufgetreten: Hier liegt das Problem darin, dass Einkäufer nur Kopien der Zertifikate prüfen und nicht auf der offiziellen Plattform nachsehen, ob das Zertifikat tatsächlich gültig ist und welche spezifische Fabrik bzw. welches Modell hinter der Nummer steckt.
Zweitens: Wo liegt die Ursache? Der preisliche Abwärtswettbewerb hat den Spielraum für Compliance nahezu vollständig eingeschränkt.
Ein reguläres CCC‑Zertifikat – von der Antragstellung über die Werksinspektion bis zur Erteilung – kann leicht mehrere Monate dauern und ist mit beträchtlichen Kosten verbunden. Wenn der Preiskrieg jedoch bis zum Äußersten eskaliert, betrachten manche kleinen und mittleren Händler „Compliance“ zunehmend als optionalen Zusatz, statt als unabdingbare Voraussetzung.
Doch meine Damen und Herren, wo führt dieser Weg hin? Letztlich treibt er schlechte Qualität vor gute Qualität zurück. Wer sich an die Regeln hält, trägt höhere Kosten; wer am Material spart, erscheint plötzlich „wettbewerbsfähiger“. Am Ende müssen die gesamte Branche und die Verbraucher gemeinsam die Konsequenzen tragen und das Vertrauen verlieren.
Drittens: Die Zeichen haben sich entscheidend gewandelt – die große Prüfung der Compliance hat begonnen.
Ab dem 1. Januar 2026 tritt die neue Version der Sicherheitsnorm GB/T 7000.1‑2023 für Leuchten verbindlich in Kraft; alte Zertifikate müssen bis spätestens Ende 2026 umgestellt sein. Am 1. Dezember 2026 wird die „Liste der wichtigsten Industrieprodukte im Online‑Verkauf“ wirksam, sodass auch Online‑Händler beim Verkauf von Leuchten über entsprechende Zertifikate verfügen müssen. Die Aufsicht erstreckt sich nun vom Offline‑ auf den Online‑Bereich, und das Zertifikatsmanagement wandelt sich von statisch zu dynamisch.
Im Jahr 2025 führte die staatliche Marktaufsicht eine Stichprobe zur Überprüfung der Gültigkeit von CCC‑Zertifikaten durch: 79 Zertifikate wurden widerrufen, darunter 43 für Einbauleuchten, 25 für fest installierte Leuchten und 11 für tragbare Leuchten. Diese Daten bestätigen die Ergebnisse der verdeckten Inspektion in Zhongshan: Einbauleuchten, Flachbildleuchten und Klassenraumleuchten bilden jene Bereiche, in denen häufig Unstimmigkeiten zwischen Produkt und Zertifikat auftreten und hohe Risiken für einen Zertifikatsentzug bestehen – hier gilt es, die Kontrollen besonders streng zu gestalten.
Zum Schluss möchte Lao Hong betonen: Die aktuelle Enthüllung durch das CCTV ist keine Angelegenheit eines einzelnen Unternehmens, sondern eine große Prüfung für die gesamte Branche. Kleine und mittlere Hersteller, die lange Zeit von „Allzweck‑Zertifikaten“ gelebt haben, stehen vor der härtesten Herausforderung; wer hingegen konsequent die Compliance einhält, wird im Zuge der regulatorischen Umstrukturierung echte Vorteile genießen.
Compliance im Geschäftsbetrieb und die Einhaltung der Qualitätsstandards sind die Grundlage für eine hochwertige Entwicklung. Wenn der Preiswettbewerb bis zur absoluten Untergrenze getrieben wird, verlieren am Ende alle. Schlechte Qualität verdrängt gute Qualität – und dabei geht es nicht nur um einzelne Unternehmen, sondern um die Würde der gesamten Branche.
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Über den Autor Hong Bing:
Hong Bing ist derzeit Chefredakteur der offiziellen Websites China Light Network und Agricultural Lighting Network des Chinesischen Verbands für Beleuchtungstechnik, geschäftsführender Direktor von Ming Classroom, stellvertretender Vorsitzender des Arbeitsausschusses für Talentförderung des Chinesischen Verbands für Beleuchtungstechnik, Generalsekretär des Fachausschusses für landwirtschaftliche Beleuchtung des Verbands sowie Generalsekretär des Alumni‑Vereins für Beleuchtungstechnik der Fudan‑Universität und Mitglied des Vorstands des Ökosystem‑Alumni‑Vereins der CEIBS. Er schloss 1991 sein Studium am Institut für Lichtquellen und Beleuchtungstechnik der Fudan‑Universität ab, erwarb 2003 den Master of Business Administration an der CEIBS und war anschließend in Forschung, Produktplanung und Marketing bei renommierten Unternehmen wie dem Chinesischen Baumaterialien‑Institut, Panasonic, GE und OSRAM tätig. Im Jahr 2008 erhielt er den Siemens Global Top Plus Award sowie den Siemens China Excellence Award, und 2009 gründete er China Light Network.
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