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Ams Osram veröffentlichte seine Halbjahresergebnisse und setzt auf Micro‑LED sowie künstliche Intelligenz in der Lichtvernetzung.

Quelle: China Light Aufrufe: 2717

Am 4. August veröffentlichte der Anbieter optischer und sensorischer Lösungen ams OSRAM die Ergebnisse für das zweite Quartal sowie das erste Halbjahr 2026.

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Im zweiten Quartal erzielte die Gruppe einen Umsatz von 805 Millionen Euro (rund 6,266 Milliarden RMB), ein Plus von 4 % gegenüber dem Vorjahr und von 1 % gegenüber dem Vorquartal – damit lag das Ergebnis am oberen Ende der Prognose. Das bereinigte EBITDA betrug 136 Millionen Euro, was einer Marge von 16,9 % entspricht; auch hier wurde die obere Grenze der Prognose erreicht.

Im ersten Halbjahr belief sich der Konzernumsatz auf 1,601 Milliarden Euro (rund 12,462 Milliarden RMB), nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahreszeitraum; das bereinigte EBITDA erreichte 267 Millionen Euro bei einer Marge von 16,7 %.

Betrachtet man die einzelnen Geschäftsbereiche, so erwirtschaftete der Bereich Optische Halbleiter (OS) im zweiten Quartal einen Umsatz von 364 Millionen Euro (rund 2,912 Milliarden RMB), ein Plus von 6 % gegenüber dem Vorjahr und von 11 % gegenüber dem Vorquartal. Getrieben durch die beiden großen Märkte Automotive und Industrie verzeichnete dieser Bereich eine umfassende Verbesserung, die sowohl saisonale als auch strukturelle Effekte berücksichtigte.

Das bereinigte EBITDA dieses Bereichs belief sich auf 65 Millionen Euro, gegenüber 55 Millionen Euro im ersten Quartal – ein Zuwachs von 18 %. Die bereinigte Marge sank jedoch von 22,9 % im Vorjahr auf 17,7 %, hauptsächlich bedingt durch ungünstige Wechselkursentwicklungen und hohe Rohstoffpreise.

Der Bereich CMOS‑Sensoren und spezielle Anwendungsschaltkreise (CSA) erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 257 Millionen Euro (rund 2,056 Milliarden RMB), ein Plus von 7 % gegenüber dem Vorjahr und von 14 % gegenüber dem Vorquartal. Treiber waren die saisonale Erholung im Consumer‑Bereich sowie die starke Performance des nicht‑optischen Sensor‑Geschäfts (dieses wurde bereits zum 1. Juli an Infineon übergeben; das Unternehmen wird weiterhin Fertigungsdienste für diesen Bereich erbringen).

Das bereinigte EBITDA dieses Bereichs betrug 42 Millionen Euro, gegenüber 24 Millionen Euro im ersten Quartal – ein deutlicher Anstieg von 75 %; die bereinigte Marge liegt bei 16,3 %.

Der Bereich Beleuchtung und Systeme (L&S) erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 184 Millionen Euro (rund 1,472 Milliarden RMB), ein Rückgang von 4 % gegenüber dem Vorjahr und von 25 % gegenüber dem Vorquartal, vor allem bedingt durch den Wegfall der Beleuchtungs‑ und Lichtsysteme für Entertainment‑ und Industrieanwendungen nach deren Verkauf.

Das bereinigte EBITDA dieses Bereichs betrug 34 Millionen Euro (rund 272 Millionen RMB), ein Plus von 16 % gegenüber dem Vorjahr; die bereinigte Marge stieg auf 18,3 % – ein Anstieg von 3,1 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr, wodurch die Profitabilität nach einem Rückgang sogar noch gestärkt wurde.

Im ersten Halbjahr wurden drei Geschäftsbereiche verkauft, wodurch rund 700 Millionen Euro eingezogen wurden

Der Abbau der Verschuldung ist klar definiert

Im ersten Halbjahr führte ams OSRAM intensive Asset‑Management‑Maßnahmen durch: Am 2. März schloss das Unternehmen den Verkauf des Entertainment‑ und Industriebeleuchtungsgeschäfts an das japanische Unternehmen Ushio für 114 Millionen Euro ab; rund 500 Mitarbeiter wechselten zu Ushio, womit diese Transaktion die erste Umsetzung des Schuldenabbau‑Plans darstellte.

Im Mai unterzeichnete das Unternehmen mit dem US‑Unternehmen indie Semiconductor einen Vertrag über den Verkauf des CMOS‑Bildsensor‑Geschäfts für 40 Millionen Euro; die vollständige Abwicklung soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Zudem wurde am 1. Juli der Verkauf des nicht‑optischen Analog‑/Mixed‑Signal‑Sensor‑Geschäfts an Infineon für 570 Millionen Euro abgeschlossen; dieses Geschäft erwirtschaftete im Jahr 2025 rund 220 Millionen Euro und beschäftigte etwa 230 Mitarbeiter, die nun zu Infineon wechseln; zudem wurde ein mehrjähriger Liefervertrag vereinbart.

Insgesamt wurden durch diese drei Transaktionen rund 700 Millionen Euro eingesammelt; bisher sind bereits etwa 660 Millionen Euro eingegangen. Zum Ende Juni belief sich die Nettoverschuldung des Unternehmens auf 1,288 Milliarden Euro – ein deutlicher Rückgang gegenüber 1,57 Milliarden Euro im Vorjahr.

Wichtiger Durchbruch bei Micro‑LED‑Chips für AR‑Brillen

Parallel zum kontinuierlichen Abbau traditioneller Geschäftsbereiche setzt ams OSRAM voll auf das Geschäftsfeld Digital Photonics.

Seit dem 1. Juli hat ams OSRAM eine eigene Digital‑Photonics‑Business‑Unit eingerichtet und umbenannt: Die Bereiche CMOS‑Sensoren und ASIC wurden in „Light Sensors and Photonics (LSP)“ umbenannt.

Im Bereich AR‑Smart‑Brillen hat das Unternehmen dank seiner selbst entwickelten Micro‑LED‑Array‑Technologie für RGB‑Lichtquellen im zweiten Quartal mehrere entscheidende Meilensteine zur Serienproduktion erreicht und kann die Anforderungen an geringes Gewicht für den täglichen Einsatz erfüllen.

ams OSRAM rechnet damit, dass eine einzelne Smart‑Brille Komponenten im Wert von 50 bis 100 Euro beisteuern wird; das Unternehmen liefert bereits verschiedene Bauteile an Smart‑Brillenhersteller und geht davon aus, dass bis 2030 eine signifikante Verbreitung dieser Geräte zu erwarten ist.

Einstieg in die „langsame, breite“ optische Vernetzung von KI‑Rechenzentren

Die optische Kommunikation für KI ist eine weitere zentrale Säule der Digital‑Photonics‑Strategie von ams OSRAM. Für die nächste Generation von KI‑Rechenzentrum‑Architekturen entwickelt das Unternehmen ein hochparalleles optisches Vernetzungskonzept auf Basis mikroskopischer Leuchtdioden‑Arrays – eine „langsame, breite“ Architektur, die Vorteile in puncto Energieeffizienz, Wärmeabfuhr, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit bietet.

Im ersten Quartal unterzeichnete ams OSRAM bereits einen Entwicklungsvertrag mit einem führenden Kunden im Bereich KI‑Photonik und präsentierte Prototypen; nach Fortschritten auf der Senderseite im zweiten Quartal hat ams OSRAM nun offiziell die vollständige Produktentwicklung des Empfängers für Micro‑LED‑Arrays eingeleitet.

Zudem hat ams OSRAM eine Simulationsplattform für die Übertragung mittels Micro‑LED vorgestellt, die Schlüsselkomponenten wie Micro‑LEDs, Photodetektoren, Glasfasern, Linsen und Treiber simulieren kann, um Kernindikatoren wie Bitfehlerrate (BER), Energieverbrauch pro Bit sowie Signal‑Rausch‑Verhältnis zu bewerten.

Mit weiteren Investitionen in das Digital‑Photonics‑Geschäft rechnet ams OSRAM für das dritte Quartal mit einem Umsatz von 770 bis 870 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen eine weitgehend unveränderte Prognose: Aufgrund des Geschäftsausbaus und des schwachen US‑Dollars dürfte der Umsatz leicht sinken; im Geschäftsjahr 2027 hingegen könnte das Unternehmen wieder positive freie Cashflows erzielen.

Quelle: LEDinside



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