EU-„Pflichtschwelle“ für intelligente Beleuchtung tritt im Mai in Kraft! Chinesische Leuchten-Exporte stehen vor einer neuen großen Herausforderung
Die überarbeitete EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) wurde im Mai 2024 überarbeitet und veröffentlicht. Gemäß den Vorschriften müssen alle EU-Mitgliedstaaten die Richtlinie bis zum 29. Mai 2026 in nationales Recht umsetzen – das bedeutet, dass die überarbeitete EPBD ab Mai 2026 offiziell in die Phase der vollständigen Umsetzung eintritt.
Für chinesische Beleuchtungsexportunternehmen ist dies die erste und dringendste Compliance-Herausforderung dieses Jahres. Die durch die EPBD eingeführten verbindlichen Anforderungen kehren die bisherige Logik, dass „Leuchten auf den Markt kommen können, solange einzelne Produkte die Standards erfüllen“, direkt um.
Die Kernanforderungen der neuen Verordnung sind äußerst klar:
In allen neu errichteten Gewerbegebäuden in der EU müssen automatisch Lichtsteuerungssysteme und Gebäudeautomationssysteme verpflichtend installiert werden. Diese Klausel verwandelt intelligente Beleuchtung direkt von einer früheren wertsteigernden Option zum festen Standard für neue Gewerbeprojekte. Im Einzelnen:
1 Produkte sind keine isolierten Beleuchtungseinheiten mehr; sie müssen über Kernmerkmale der Konnektivität und Integrierbarkeit verfügen und nahtlos auf das gesamte intelligente Managementsystem des Gebäudes zugreifen, um dynamisches Dimmen basierend auf Personenaktivität und Tageslicht, Energieverbrauchsüberwachung und intelligente Steuerung zu ermöglichen; 2 Auf technischer Ebene muss die standardisierte Anpassung abgeschlossen sein, wobei der Schwerpunkt auf der Anbindung an den „Smart Readiness Indicator“ (SRI) der EU und globale Kommunikationsprotokolle wie Matter liegt, um die Interoperabilität der Produkte zu gewährleisten; 3 Die Treiberseite muss die zwingenden Anforderungen von D4i Gen 2 erfüllen. Sie muss nicht nur über grundlegende Dimmen-Funktionen gemäß DALI verfügen, sondern auch den Normen DALI Teil 250–253 für die Energieverbrauchsmessung und Fehlerdiagnose entsprechen. Zudem muss der Treiber unabhängig installiert werden, steckbare Anschlussklemmen verwenden und darf keinen Wärmeabfuhrpfad mit dem LED-Modul teilen. Für die große Anzahl inländischer Unternehmen, die noch hauptsächlich traditionelle Beleuchtungsprodukte oder einfache intelligente Produkte herstellen, bedeutet dies: Wenn sie die intelligente Aufrüstung ihrer Produkte nicht abschließen und sich an die Systemintegration anpassen können, werden sie, selbst wenn ihre Indikatoren für Lichtausbeute und Energieeffizienz vollständig den Standards entsprechen, nicht in den Kernmarkt für neue Gewerbegebäude in der EU eindringen können und laufen direkt Gefahr, von den wichtigsten Beschaffungslisten ausgeschlossen zu werden. Wenn die EPBD die rote Linie für den intelligenten Zugang festlegt,danngestaltet die am 18. Juli 2024 offiziell in Kraft getretene „Verordnung über die ökologische Gestaltung nachhaltiger Produkte“ (ESPR)die zugrunde liegende Logik der Produktkonformität aus einer übergeordneten Designperspektive neu.Die ESPR erweitert den regulatorischen Rahmen von energieverbrauchsrelevanten Produkten auf fast alle physischen Waren und hebt die Bewertungskriterien von einzelnen Energieeffizienzparametern auf die Umweltauswirkungen und die Nachhaltigkeitsleistung des Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg. Das aus EPBD und ESPR bestehende System der „doppelten Regulierung“ drängt chinesische Beleuchtungsexportunternehmen gemeinsam an einen kritischen Punkt der umfassenden Fähigkeitsaktualisierung. Die Zoll Daten für das erste Quartal 2026 zeigen, dass der Gesamtwert der Exporte von Beleuchtungsprodukten aus China etwa 11,4 Milliarden US-Dollar betrug, was einem Rückgang im Jahresvergleich (YoY) von 3,5 % entspricht. Dabei gingen die Exporte in die USA deutlich zurück, während die Exporte in den EU-Markt entgegen dem Trend um 8 % wuchsen. Die Umfrage der Hong Kong Spring Lighting Fair, die am 23. April endete, zeigt auch, dass fast die Hälfte der Befragten mit einem Umsatzanstieg in den nächsten zwei Jahren rechnet und Verbraucher bereit sind, einen Aufpreis von nahezu 30 % für intelligente Beleuchtung zu zahlen. Es ist offensichtlich, dass der europäische Markt nicht schrumpft, sondern seine Eintrittsbarrieren erhöht. Unternehmen, die bei der Umsetzung von Upgrades hin zu Intelligenz, Standardisierung und Nachhaltigkeit führend sind, dürften in der neuen Runde der industriellen Umstrukturierung einen größeren Marktanteil gewinnen. Quelle: China Lighting Electrical Magazine