Osram-Vorstand empfiehlt Annahme des AMS-Angebots
Aus finanzieller Sicht ist das Angebot von ams attraktiv und wird daher empfohlen;
Im Vorstand wurden jedoch Bedenken geäußert;
Osram gab am 16. September bekannt, dass der Vorstand die Annahme des AMS-Angebots empfiehlt.
Am 3. September 2019 veröffentlichte die AMS AG mit Sitz in Premstätten, Österreich, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zum Erwerb aller Aktien der OSRAM Licht AG zu einem Preis von 38,50 Euro pro Aktie. Nach sorgfältiger Prüfung und gründlicher Abwägung aller Vor- und Nachteile, die sich aus den gesetzlich vorgeschriebenen Verpflichtungen ergeben, empfahl die Mehrheit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats von OSRAM in ihrer begründeten Stellungnahme den OSRAM-Aktionären, das Angebot anzunehmen. Die finanzielle Attraktivität des Vorschlags überwog die Kritik.
Trotz der finanziellen Attraktivität des Übernahmeangebots äußerten sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat Bedenken hinsichtlich der Übernahme durch AMS. Bei der Transformation von OSRAM von einem vertikal integrierten Beleuchtungsspezialisten zu einem Hightech-Spezialisten für Optoelektronik bevorzugten beide Gremien eine Private-Equity-Struktur. Darüber hinaus gab es noch einige ungelöste strategische Fragen zwischen OSRAM und AMS, die einer weiteren Abstimmung bedurften, insbesondere in Bezug auf die Geschäftskonsistenz, die globale Positionierungsstrategie, das Synergiepotenzial und das Integrationskonzept. Der Vorstand und der Aufsichtsrat hielten es für sehr wichtig, dass ein qualifiziertes und motiviertes Integrationsteam, bestehend aus AMS- und OSRAM-Mitarbeitern, ein professionelles Konzept erstellt und dieses in streng geführten Projekten umsetzt.
Zusammenfassend waren die Mehrheit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der Ansicht, dass die von AMS verfolgte Strategie in vielerlei Hinsicht vielversprechend sei, insbesondere im Hinblick auf die Weiterentwicklung des optoelektronischen Halbleitergeschäfts. Durch den Zusammenschluss mit AMS könnte dieser Geschäftsbereich unter anderem von der Entwicklung innovativer Sensor- und Photonik-Lösungen sowie von der Nutzung des bestehenden Kundenzugangs profitieren.
Laut weiteren ausländischen Medienberichten lehnte OSRAM-CEO Olaf Berlien die Übernahme durch den österreichischen Sensorhersteller AMS aus finanziellen Gründen ab – eine Haltung, die ihn mit beiden OSRAM-Gremien in Konflikt brachte. OSRAM erklärte: „Als Vorsitzender des Vorstands legt er größeren Wert auf sein anhaltendes Interesse an der vom Vorstand verfolgten resilienten Geschäftsstrategie und berücksichtigt dabei alle Stakeholder statt seiner kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen als Einzelaktionär." (Quelle: China Light Network)